Landkreis: 0551 525-9155 Mail an Landkreis ­ Stadt: 0551 400 5000 Mail an Stadt
­ Mo-Do: 9-16 Uhr, Fr: 9-12 Uhr

Göttingen. Die Hilfsbereitschaft in Göttinger Schulen ist groß. Sie unterstützen Flüchtlinge in der Region mit einer Vielzahl eigener Projekte.

Für Wolfgang Vogelsänger, Schulleiter der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule, steht fest: Am besten lernt man eine neue Sprache von Muttersprachlern im Alltag. „Für uns war es wichtig, dass unsere Sprachlernklassen keine gesonderten Klassen sind. Deswegen sind die Flüchtlingskinder in den regulären Klassen untergebracht und lernen Deutsch nur zu bestimmten Zeiten“, sagt Vogelsänger. Dann zum Beispiel, wenn die anderen Kinder selbst Sprachunterricht wie Französisch haben. Theaterstücke ohne Text, dafür aber mit viel Körpersprache, sollen den Flüchtlingskindern kulturelle Teilhabe ermöglichen.

Patensystem im Aufbau

Seit Mitte November besuchen 19 Flüchtlingskinder eine Sprachlernklasse am Theodor-Heuss-Gymnasium (THG). Dort lernen sie täglich vier Stunden Deutsch, ab 1. Februar soll das Angebot auf sechs Stunden erhöht werden. Die Schüler werden laut Schulleiterin Ulrike Koller nach und nach an die Regelklassen angebunden. „Da sich unsere Schule in unmittelbarer Nachbarschaft der Unterkunft im ehemaligen IWF-Gebäude befindet, gibt es viele gemeinsame Projekte mit Flüchtlingen“, erklärt Koller. Am Nachmittag stelle das THG zudem seine Räume zur Verfügung, damit Ehrenamtliche Kindern aber auch Erwachsenen Förderunterricht geben können. Auch ein Patensystem sei im Aufbau.

Für alle Bedürftigen

Nicht nur die Flüchtlinge brauchen Hilfe, sondern auch weitere sozial benachteiligte Menschen. Deswegen sammelte das Felix-Klein-Gymnasium (FKG) nicht nur Päckchen mit Hygiene-Artikeln für Flüchtlinge, sondern organisiert jedes Jahr eine Spendenaktion zugunsten der Göttinger Tafel. „Wir wollten das eine nicht gegen das andere ausspielen“, sagt Schulleiter Michael Brüggemann. Die Schule engagiert sich zudem in Zusammenarbeit mit der BG Göttingen dafür, dass Flüchtlingskinder sich zum Beispiel Basketballspiele ansehen können. In Planung sind laut Brüggemann auch Patenschaften, so genannte „Coaches für Jugendliche“ (zu deutsch: Betreuer, Trainer), für Sport und Kultur.

Praktikum für die Zukunft

An den Berufsbildenden Schulen 2 in Göttingen steht die berufliche Orientierung und Vorbereitung an oberster Stelle. Damit auch geflüchtete Jugendliche gute Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt haben, organisiert die Schule Nachhilfeunterricht in Mathematik, Deutsch und Englisch. Zusätzlich können die Flüchtlinge, die schon gut Deutsch sprechen, ein schuljahresbegleitendes Praktikum in verschiedenen Gewerben machen. Ziel ist eine Berufsausbildung. (mle/spe)

Quelle: HNA vom 15.01.2016 Link zum HNA-Artikel vom 15.01.2016