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Sie engagieren sich als Sprachlehrer, Dolmetscher, Alltagsbegleiter und Integrationslotsen, opfern viel Zeit und werden dafür von Rechtspopulisten als „Gutmenschen“ verhöhnt: Rund 75 ehrenamtliche Flüchtlingshelfer aus dem Raum Duderstadt hat die Caritas in der Bildungsstätte St. Martin empfangen.

„Es ist uns ein Anliegen, Danke zu sagen – und zu erfahren, wo noch Unterstützungsbedarf besteht“, sagte Propst Bernd Galuschke. Nach Putengeschnetzeltem, Aprikosencurry und Tortellini-Pfanne und vor einer Lightshow von Dietmar Engelhardt tauschten sich die Helfer in Kleingruppen darüber aus, was klappt, was noch nicht so gut klappt, und wo es Verbesserungsbedarf gibt.

Das Helfer-Team vom Rosenthaler Hof, Projekt Nächstenliebe, Café Grenzenlos, Internationaler Garten, Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Fairkauf-Laden der Caritas – die Einladungsliste war lang. „Bunt, vielfältig, generationsübergreifend“, sagte Caritas-Vorstand Ralph Regenhardt mit Blick in die Menge, freute sich über die im vergangenen Jahr entstandene Hilfsbereitschaft und zollte Merkels „unprätentiösem“ Kernsatz „Wir schaffen das“ Respekt. Die Integration der Flüchtlinge sei eine große Herausforderung, für die es keine Patentlösung gebe. „Wir müssen im positiven Sinn darüber streiten und politische Polarisierungen auflösen. Die besten Beispiele für Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit sind hier zu finden.“ Im Eichsfeld gebe es eine Wohlfühlatmosphäre, ergänzte Galluschke und führt das auch auf den hohen Anteil von Menschen zurück, die sich aus christlicher Grundüberzeugung heraus engagieren. Die nicht abgeebbte Hilfs- und Spendenbereitschaft gehörten zu den Punkten, die die Positivliste der Gruppen anführten. Ebenfalls als erfreulich verbucht wurden die Zusammenarbeit mit Behörden, Hilfsorganisationen, Kindergärten und Schulen, die Lernbereitschaft und Dankbarkeit vieler Flüchtlinge, die Bereicherung der ländlichen Kultur und die Verständigung, die trotz Sprachbarrieren häufig besser als erwartet funktioniere. Gewünscht werden allerdings mehr Dolmetscher vor Ort, weniger Bürokratie bei manchen Entscheidungen, Kommunikationshilfen wie die Point-It-Bücher, die die Caritas zur Verfügung stellt, mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge und mehr Informationsaustausch untereinander – wie beim Treffen in Germershausen. Ein großes Problem für die auf Dörfer verteilten Flüchtlinge ist die Mobilität. „Die Busverbindungen sind miserabel“, meinte Birgit Hundeshagen, die die Patenschaft für eine syrische Familie übernommen hat. Afghanische Familien durch den Alltag begleitet Christa Gerstenberg, die Entwicklungshelferin war und Farsi spricht: „Manche Schicksale setzen einem menschlich zu,“

Quelle: Artikel im Göttinger Tageblatt vom 04.03.2016 Link zum GT-Artikel vom 04.03.2016