Landkreis: 0551 525-9155 Mail an Landkreis ­ Stadt: 0551 400 5000 Mail an Stadt
­ Mo-Do: 9-16 Uhr, Fr: 9-12 Uhr

Der Landkreis Göttingen bereitet den Kauf des Schlosses Wollershausen und des ehemaligen Vereinskrankenhauses Münden zur Unterbringung von Flüchtlingen vor. Kauf und Umbau werden bis zu 5,65 Millionen Euro kosten, schätzt die Verwaltung. Dazu kommen noch Kosten für den laufenden Betrieb.

Göttingen. Für das Schloss Wollershausen kalkuliert der Landkreis mit einem Kaufpreis in Höhe von 350 000 Euro. Zunächst sollen nur zwei Gebäudekomplexe, das Wohnheim und das Wirtschaftsgebäude, für die Belegung mit Flüchtlingen umgebaut werden, heißt es in einer Vorlage der Kreisverwaltung für die Sitzung des Finanzausschusses am Donnerstag, 18. Februar.

Dafür rechnet der Landkreis mit Kosten in Höhe von maximal 1,2 Millionen Euro einschließlich Mobiliar. Außerdem liegt eine Kostenschätzung für den laufenden Unterhalt einschließlich Personalkosten in Höhe von jährlich 460 000 Euro vor. Erwerb und Betrieb der Flüchtlingsunterkunft soll die kreiseigene Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung mbH (GAB) übernehmen.

Auch das in Planinsolvenz befindliche ehemalige Vereinskrankenhaus in Münden soll gekauft und zu einer Unterkunft für Flüchtlinge mit integriertem Bildungs- und Qualifizierungszentrum hergerichtet werden. Im Dezember hatte der Kreistag den Landkreis ermächtigt, ein Kaufangebot für das Krankenhaus einschließlich des Schwesternwohnheims in Höhe von 1,1 Millionen Euro abzugeben.

Dazu will der Landkreis 300000 Euro für eine Transfergesellschaft bereitstellen, um den Krankenhausstandort Münden zu sichern. Insgesamt sollen die Umbau- und Sanierungsarbeiten im Krankenhaus drei Millionen Euro nicht übersteigen. „Eine genaue Kostenkalkulation“, erklärt die Verwaltung weiter, „ist zum heutigen Zeitpunkt nicht möglich, da diese maßgeblich auf dem zukünftig zu erarbeitenden Nutzungskonzept aufbaut.“

Darüberhinaus erwägt der Landkreis, die ehemalige Akademie in Münden zu kaufen. Allerdings soll das Gebäude der ehemaligen Chemie-Fachschule mit einer Kapazität für 50 bis 60 Flüchtlinge nur vorsorglich erworben werden, falls die anderen Unterkünfte nicht ausreichen sollten. Mit allen Maßnahmen soll verhindert werden, dass Gebäude der kommunalen Infrastruktur wie etwa Sporthallen belegt werden müssen, erklärt der Göttinger Landrat Bernhard Reuter (SPD). Für das Jahr 2016 erwartet die Kreisverwaltung Zuweisungen von etwa 1500 Flüchtlingen durch das Land Niedersachsen.

Quelle: Göttinger Tageblatt vom 17.02.2016 Link zum Artikel vom 17.02.2016 im Göttinger Tageblatt