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Zum ersten Mal hat die Stadt Göttingen Schülerprojekte geehrt, die sich für die Integration von benachteiligten Kindern und Jugendlichen mit einer Fluchtgeschichte oder einer Behinderung engagieren. Sechs Projekte sind am Montagabend im Alten Rathaus ausgezeichnet worden.

„An den Schulen geschehen viele schöne Dinge. Integration gehört dazu“, sagte Göttingens Bürgermeister Thomas Häntsch (CDU) in seinem Grußwort. Vieles auch außerhalb einer großen Öffentlichkeit. Mit dem „Preis zur Förderung und Würdigung der Integrationsarbeit von Schülerinnen und Schülern“ wolle die Stadt Göttingen ein Zeichen setzen. Die sechs Projekte zeigten, wie vielfältig die „tatkräftige“ Unterstützung und wie „warmherzig“ die Aufnahme aussehen könnten.

Eine Auswahlkommission hatte vorab über die von Schulen eingereichten Vorschläge entschieden und die ehrungswürdigen Projekte ausgewählt. Dem Gremium gehören nach Auskunft der Stadtverwaltung vier Pädagogen aus unterschiedlichen Schulformen, drei Mitglieder des Schulausschusses, ein Vertreter der Verwaltung und zwei Repräsentanten der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe an.
Das Rahmenprogramm gestalteten am Montag das Blechblasensemble des FKG sowie die Gruppe RespekTanz gemeinsam mit der Musa.

Die ausgezeichneten Projekte:

Sprachpaten (Astrid-Lindgren-Schule)

 In jedem Jahrgang gibt es an der Schule ein bis zwei Schüler, „die Neuankömmlingen außerordentlich oft erklären, Anweisungen der Lehrer übersetzen und beim Einleben helfen“, heißt es in der Projektbeschreibung.

Nachhilfe (Felix-Klein-Gymnasium)

Die Zehntklässlerin Dima Obed gibt Arabisch sprechenden Flüchtlingen Nachhilfe in Deutsch. Stets habe sie den Kontakt zu Geflüchteten gesucht und ihnen „jeden Tag eine Freude bereitet“, so Häntsch.

Sportprojekt mit Flüchtlingen (Max-Planck-Gymnasium)

Schüler der zehnten Klassen treffen sich nach der Schule mit Flüchtlingen unterschiedlicher Nationen und treiben Sport. Es würden „typisch deutsche Kinderspiele“ gelernt, aber auch Badminton oder Fußball gespielt, heißt es in der Projektbeschreibung.

Mit Flüchtlingen Sport treiben und kochen (Otto-Hahn-Gymnasium)

Das Projekt wurde von Schülern vorgeschlagen und sei von ihnen eigenständig geplant und vorbereitet worden, heißt es nach Informationen der Stadtverwaltung.  Mit Schülern der Sprachlernklasse seien dabei sportliche Aktivitäten unternommen und gekocht worden.

Engagement von Glena Hamza (Geschwister-Scholl-Gesamtschule)

Die Zwölftklässlerin Glena Hamza gibt ehrenamtlich Nachhilfe für Kinder, meist mit Migrationshintergrund. Dabei unterstützt sie junge Flüchtlinge beim Ausfüllen von Formularen und ist Ansprechpartnerin für Probleme ihrer Mitschüler aus der Sprachlernklasse. Hamza habe 2015 das START-Stipendium für engagierte Jugendliche mit Migrationshintergrund erhalten und kümmere sich nun auch um neue Stipendiaten. Weiterhin habe sie das Sommerfest für Flüchtlinge an der GSG organisiert.

Hilfe für zwei Mitschülerinnen aus Eritrea (Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule)

Vier Schülerinnen und Schüler kümmern sich im Schulalltag um zwei Mädchen aus Eritrea in ihrer Klasse.

Quelle: Artikel im Göttinger Tageblatt vom 29.05.2017 ( Link zum Original-Artikel im GT )