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Es wird einer der besucherreichsten Tage bleiben. 600 Gäste haben am Freitag die Eröffnung des Museums für „Abschied, Ankunft, Neubeginn“ im Bahnhof Friedland erlebt und die Ausstellung zu 70 Jahren Migrationsgeschichte gesehen. An einem Ort, an dem man „aus der Geschichte die Gegenwart verstehen“ kann.

Diese Worte wählte zum Beginn des Festaktes Frank Frühling, der Beauftragte des Innenministeriums für das Museum. Wichtigste Gäste vor Zeitzeugen, Politikern, Helfern und Mitarbeitern des Grenzdurchgangslagers und vielen anderen Geladenen waren Ministerpräsident Stephan Weil und Innenminister Boris Pistorius (beide SPD). Im Hintergrund auch Uwe Schünemann (CDU), damals Innenminister, als die Entscheidung für den Bau des Museums fiel.

Es sei ein ganz besonderer Tag, sagte Weil, denn Friedland sei ein Spiegel der Zeitgeschichte, ein Ort, an dem Willkommenskultur auch unter schwierigen Bedingungen gelebt werde, und millionenfach Ausgangspunkt für ein neues Leben – zum Beispiel für Helene Fischer und Miroslaw Klose, erinnerte der Ministerpräsident. Vier Millionen Menschen, auch der Gründervater Niedersachsens, Hinrich-Wilhelm Kopf, seien durch das Lager gegangen. Das Museum mache deutlich, dass Niedersachsen von Beginn an auch ein Land für Zuwanderer war und ist.

Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) sagte: Kaum ein Ort sei besser geeignet, die Bedeutung von Asyl und Flüchtlingsschutz zu zeigen. Die Eröffnung des Museums komme also „genau zur richtigen Zeit“. Das hatte auch Innenminister Pistorius von Journalisten betont. Flucht und Vertreibung hörten nie auf, wie wir gerade erlebten. Das Museum schaffe es, dies auf einzigartige Weise zu vermitteln.

Doch nachdenklich – wie das Museumskonzept – warf Kurator Joachim Baur ein: „Ich bin mir nicht sicher, ob heute ein guter Tag ist – in Zeiten, in denen wieder Zäune in Europa hochgezogen werden und Flüchtlinge in Schlamm und Dreck leben müssen“.

Wie sehr die Bilder aus den Anfängen des Lagers denen aus Südosteuropa von heute gleichen, konnten die Besucher sehen, nachdem  Markus Rogge vom staatlichen Baumanagement den Schlüssel übergeben hatte. Von nun an ist das Museum geöffnet.

Quelle: Artikel im Göttinger Tageblatt vom 18.03.2016 Link zum GT-Artikel vom 18.03.2016