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Die Flüchtlingsunterkunft Schloss Wollershausen ist voll belegt, die Integrationsangebote werden fortgesetzt. Der Betreibervertrag läuft zum Jahresende aus, ein Zukunftskonzept ist in Arbeit.

Die Nebengebäude des Schlosses Wollershausen werden bis zum Jahresende weiterhin als Wohnanlage zur Integration von Geflüchteten genutzt. Der Betreibervertrag zwischen den Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) laufe noch bis 31. Dezember 2019, teilt Ulrich Lottmann mit. Wie der Landkreis Göttingen die Liegenschaft samt barockem Wasserschloss künftig nutzen will, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar, sagt der Sprecher der Kreisverwaltung.

Schwankende Flüchtlingszahlen

Zurzeit sei die von der GAB als Tochtergesellschaft des Kreises betriebene Einrichtung mit 108 Bewohnern belegt, die aus 23 Nationen stammen. Das entspreche dem Höchststand der Aufnahmekapazität. Im vergangenen Jahr sah das noch anders aus. Aufgrund der dem Landkreis zugewiesenen Aufnahmequote von 22 Personen im August 2018 sei beschlossen worden, die Angebote für die Integrationsarbeit in der Flüchtlingsunterkunft Wollershausen zu reduzieren, bestätigt Lottmann. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung sei davon abgesehen worden.

Bei den Zahlen handele es sich immer nur um Momentaufnahmen, betont Lottmann: „Es kommen nicht mehr so viele Flüchtlinge wie ursprünglich angenommen.“ Allerdings habe der Landkreis 80 Geflüchtete aus der Stadt Göttingen übernommen, die auch auf Wollershausen weiterverteilt worden seien, sagt GAB-Standortleiterin Stephanie Fliege-Molder. Da die Geflüchteten mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus – vom Asylverfahren über die Duldung bis zur Gestattung – ein Jahr lang bleiben würden, bestehe Bedarf bis über den Jahreswechsel hinaus: „Wir sind daran interessiert, dass es mit der Flüchtlingsbetreuung in Wollershausen weitergeht.

Zukunftskonzept ist in Arbeit

Den Gebäudekomplex im Ortskern samt des im 18. Jahrhundert auf Eichenpfählen erricheten Wasserschlosses hat der Landkreis 2016 vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) erworben, der dort über Jahrzehnte hinweg eine Jugendhilfe-Einrichtung betrieben hatte. Die 1968 errichteten zweckfunktionalen Wohngebäude sind 2002 umgebaut und modernisiert worden, mit dem Landkreis wurde ein Kooperationsvertrag abgeschlossen, der Hauptsitz der Jugendhilfeeinrichtung 2006 nach Göttingen verlegt. Seitdem hatte der SkF nach einem Käufer gesucht.

Was in Zukunft aus dem Gebäudekomplex werden soll, steht noch in den Sternen. Die Erarbeitung des Zukunftskonzeptes sei noch nicht abgeschlossen, sagt Lottmann: „Daher kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine weitere Aussage zur künftigen Nutzung getroffen werden.“ In der Vergangenheit war eine Mischnutzung ebenso wie ein Kulturzentrum und Treffpunkt angedacht. Voraussichlich bis Mitte 2019 werde eine Steuerungsgruppe ein Zukunftskonzept entwickeln, über das dann die politischen Gremien entscheiden müssten, sagt Fliege-Molder.

Im Vordergrund der Integrationsangebote, die fortgesetzt werden, stehen Projekte wie „Blogger at Work“ und „ProZukunft“, die auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet sind. Als weiteren und wesentlichen Baustein der Integration nennt Fliege-Molder die Deutschkurse: „Wir unterhalten in Wollershausen ein ganzes Netzwerk an Helfern, von Krankenpflegern über Dolmetscher bis zum Sozialbetreuer.

Von Kuno Mahnkopf – Göttinger Tageblatt

Quelle: Göttinger Tageblatt vom 29.04.2019 ( Link zum Original-Artikel)