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Am 1.  und 2. September 2017 spielt das Göttinger Symphonie Orchester zwei Konzerte mit symphonischer Musik Alexander Wepriks.

Im Jahr 2017 wird des 100-jährigen Jubiläums der Russischen Oktoberrevolution gedacht. Außerdem erreichte vor 80 Jahren der Große Terror in der Sowjetunion seinen Höhepunkt. Mehr als 1,7 Millionen Menschen wurden verhaftet, mindestens 725.000 von ihnen erschossen. Doch nicht nur in diesem Zeitraum, sondern seit der Oktoberrevolution und bis Mitte der 1950er-Jahre wurden Millionen unschuldiger Menschen zu Opfern durch Verhaftung und Inhaftierung im Gulag, den sowjetischen Zwangsarbeitslagern. Der herausragende Komponist Alexander Weprik wurde im Jahr 1950 zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt. Die von ihm im Gulag erlittenen Folterungen und Entbehrungen führten nicht nur zu seinem vorzeitigen Tod, sondern auch zur Verdrängung des Komponisten aus dem Musikleben.

Seine großartige Musik dem Vergessen zu entreißen und damit auch der anderen unschuldigen Gulag-Opfer zu gedenken, ist das Ziel dieser Sonderkonzerte. Gleichzeitig soll damit Wepriks Name in Deutschland rehabilitiert werden. Denn in den 1920er- und 1930er-Jahren gehörte er zu den bekanntesten Komponisten der Sowjetunion im Ausland: Seine Musik wurde beispielsweise 1927 von Hermann Scherchen in Leipzig und 1933 von Arturo Toscanini in der New Yorker Carnegie Hall dirigiert. Nach der Machtergreifung 1933 verschwand Wepriks Name auf Grund seiner jüdischen Abstammung aus den deutschen Konzertsälen, seine symphonische Musik bildet bis heute einen ungeborgenen Schatz. Nun haben Sie die Gelegenheit, die tonal komponierte Musik Wepriks mit ihrer melodischen Fülle, dem harmonischen Reichtum und der überaus farbigen Orchestrierung neu zu erleben und zu verhindern, dass seine wunderbare Musik in Vergessenheit gerät. Dafür veranstaltet das GSO die beiden Sonderkonzerte, deren Programm vollständig aus Wepriks Werken besteht, was so noch nie dagewesen sein dürfte.

Das erste Konzert am 1. September 2017 um 10:00 Uhr in der Göttinger Stadthalle richtet sich an Schüler ab Klasse 10 und beinhaltet neben Wepriks Musik (reduziertes Programm) Szenen aus dem Dokumentarfilm „Die letzten Zeugen des Gulag“, Redebeiträge sowie eine Podiumsdiskussion mit dem Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Mueller, der Tochter eines Zeitzeugen, Dr. Heike Hennig, der Wissenschaftlerin Dr. Inna Klause und dem Filmemacher Dr. Dean Cáceres. Eintrittskarten für dieses Gesprächskonzert können für € 5,- für Schüler, Studierende und Auszubildende sowie € 10,- für Erwachsene bei der Geschäftsstelle des GSO bestellt oder am 1.9. ab 9:00 Uhr an der Tageskasse der Stadthalle gekauft werden.

Das zweite Konzert am 2. September 2017 um 19:45 Uhr in der Stadthalle Göttingen, mit kostenloser Werkeinführung um 19:00 Uhr im Kleinen Saal, wendet sich an alle Interessierten. Beide Konzerte werden fachkundig moderiert.

Angebot:  Alle Interessierten, die eine Eintrittskarte für den 2. September erwerben, können das Gesprächskonzert am 1. September gegen Vorlage der Eintrittskarte kostenlos besuchen.