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Hilfsorganisationen beklagen dramatische Zustände in griechischen Flüchtlingslagern. Es gebe nicht genügend Schlafplätze, auch Trinkwasser und Toiletten seien knapp.

Ein Jahr nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise ist die Lage der Asylsuchenden in Südosteuropa laut der Diakonie Katastrophenhilfe „häufig schlecht, manchmal sogar katastrophal“. Nach der Schließung der Balkanroute säßen allein in Griechenland 57.000 Menschen fest, sagte der Flüchtlingshilfekoordinator der Organisation für die Region, Markus Koth.

Die griechischen Inseln seien mit geschätzt 10.000 Flüchtlingen jetzt schon überfordert, ihre Aufnahmekapazität liege bei rund 8000, sagte Koth. Viele Flüchtlinge seien in Zeltlagern ohne Strom und fließendes Wasser untergebracht und Gesundheitsrisiken ausgesetzt.

Auch die Kinderrechtsorganisation Save the Children warnt vor dramatischen Zuständen auf den griechischen Ägäis-Inseln. Angesichts stark gestiegener Flüchtlingszahlen seien die Aufnahmekapazitäten bedenklich knapp, teilte die Organisation mit. „Mütter mit kleinen Babys müssen in selbst gebauten Zelten auf der Erde schlafen“, berichtet eine Mitarbeiterin der Organisation. Außerdem gebe es in einigen Lagern nicht ausreichend Trinkwasser und nicht genügend sanitäre Einrichtungen wie Toiletten und Duschen.

Die Zahl der Ankommenden hat sich laut Zahlen des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR im Vergleich zum Juli mehr als verdoppelt. Kamen von Anfang bis Mitte Juli dort 560 Flüchtlinge an, waren es im gleichen Zeitraum im August bereits 1367 Menschen.

Insgesamt befinden sich laut Save the Children derzeit mehr als 10.300 Flüchtlinge auf den griechischen Inseln Lesbos, Chios und Samos, davon 3800 Kinder. Das seien zwar weit weniger Flüchtlinge als im Vorjahr, doch seien die Kapazitäten seitdem verringert worden und eine Weiterreise auf das griechische Festland infolge des Flüchtlingsdeals mit der Türkei nicht mehr möglich.

Die Kinderrechtsorganisation appellierte an Brüssel, Griechenland mehr Mittel zur Verfügung zu stellen, um eine weitere Verschlechterung der Lage zu verhindern.

Quelle: Spiegel Online am 17.08.2016 ( Link zum Original-Artikel auf Spiegel Online)